In meiner Praxis setze ich auf Akzente. Wussten Sie, dass der Kontrast Blau- Gelb als einer der stärksten wahrgenommen wird? Also habe ich eine Wand meines Büros in Aquamarin gestrichen und Übertöpfe in gelb davor gesetzt. Es war übrigens nicht so leicht, schöne und ansprechend geformte Übertöpfe in gelb zu besorgen. Schließlich wollte ich davon Abstand nehmen, mir meine Übertöpfe in gelb selber anzupinseln. Sie werden lachen, aber ich persönlich kann mit dem Medium Farbe überhaupt nicht umgehen. Sobald ich Farbtopf und Pinsel in die Hand nehme, sehe ich selber aus wie ein modernes Gemälde. Um mir also die passenden Übertöpfe in gelb zu kaufen, streifte ich lange durch die entsprechenden Läden. Dabei stellte ich fest, dass Übertöpfe in gelb nicht gerade der Renner sind. Erst im bei mir wenig beliebten Internet wurde ich fündig. Seltsamerweise unterschieden sich die abgebildeten Übertöpfe in gelb kaum von den tatsächlich gelieferten, was mich dann doch sehr freute. Übrigens habe ich die Übertöpfe in gelb dann mit dunkelroten Rosen bepflanzt. Man soll es nicht glauben, aber es entstand eine spannende Mischung. Meine Patienten sprechen mich dieser Tage immer wieder auf das Arrangement an. Vielen fällt die Schönheit der Rosen noch mehr auf. Ich werde also meiner Idee treu bleiben!

Cool und elegant, so wollen wir sein. Distinguiertes Grau, edles Schwarz, kühler Chrom: das sind die “Farben”, die scheinbar den Schönen und Erfolgreichen auszeichnen. Die Führer der Welt kleiden sich wie Bankiers. Früher waren Könige und Kaiser bunt und prächtig anzusehen. Natürlich ändern sich die Zeiten, ich kann mir den jeweiligen Bundespräsidenten kaum in quittengelb oder froschgrün vorstellen. Tue ich es doch, komme ich aus dem Kichern nicht mehr heraus. Der Bundestag sieht aus wie die Jahresversammlung der Zirkusclowns- genial! Oder noch besser: statt Fraktionszwang herrscht ein Farbcode! Die FDP leuchtend gelb, die SPD signalrot und so weiter. Prima Idee!

Die Anfänge der Farbtherapie gehen auf einen Arzt namens Edwin D. Babbit zurück; nimmt man es genau, zählt schon Goethe zu den Wegbereitern dieser Theorie. Leider ist dieser Ansatz in “Fachkreisen” nicht wirklich anerkannt, ich jedoch schwöre auf die Wirkung von Farben zum Zwecke der Heilung bzw. Linderung. Stellen Sie sich vor, Sie sollten Tag für Tag in einem komplett rot gestrichenen Raum arbeiten und leben. Nicht lustig, oder? Denken Sie nun an ein Zimmer, das als einzige Farbe Weiß kennt. Wände, Decke, Boden und auch sämtliche Einrichtungsgegenstände. Beunruhigend, nicht wahr? Schon die bloße Vorstellung lässt uns schaudern. Und nun soll mir noch jemand erklären, dass der Mensch nicht auf farbliche Reize reagiert. Noch besser ist das Beispiel, dass man kaum – oder nur mit Widerwillen – blaue Nahrung zu sich nehmen würde. In der Natur gibt es kein blaues Essen. Wie gesagt, für mich ist diese Methode durchaus plausibel.

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